Die Kunst der roten Erde
Upa-Malereien aus Nigeria

15. Juli bis 27. August 2000
Die Wandmalereien der Igbo-Künstlerinnen, die sogenannten Upa-Malereien, gehören zum Alltag der Igbos in Nigeria. "Upa" heißt die rote Erde, mit der die traditionellen Lehmhäuser geglättet werden, und ist zugleich die Bezeichnung für die rote Erdfarbe, die den Hintergrund für die Wandmalereien bildet. Jedes Jahr nach der Regenzeit werden die durch den Regen verursachten Schäden von den Frauen ausgebessert. Dafür wird das Haus mit rotem Lehmwasser so oft geglättet, bis ein matt glänzender Untergrund entsteht. Auf diesen werden mit zerriebener Holzkohle, die mit Wasser vermengt ist, Bilder gezeichnet. Vor nicht allzu langer Zeit beherrschte jede Frau der Igbos diese Malerei für den Alltagsgebrauch. Frauen, die besonderes künstlerisches Geschick zeigen, arbeiten an Gebäuden, die hervorgehoben werden sollen: das Haus einer frisch verheirateten Frau, ein Schrein, die Umfriedung eines Marktes. Jede Malerin hat ihre eigene charakteristische Bildsprache, doch wird sie sich nicht wiederholen. Keines der Bilder ist wie das andere. Ein dominierendes Element der schwungvollen Motive ist die Linie. Sie läßt die schwingenden Armbewegungen, mit denen man die Wände geglättet hat, und den Rhythmus der Bewegungen anklingen. So fließend wie die Bewegungen sind, so fließend sind die Malereien.Durch die voranschreitende Modernisierung, die sich u.a. in zahlreichen Betonbauten bemerkbar macht, hat diese uralte Tradition ihren Sinn verloren. Das Projekt "Nka Emume", welches AMA Dialog Foundation unter Leitung der deutschen Künstlerin Doris Weller und ihrem nigerianischen Ehemann, Dr. Meki Nzewi, 1991 ins Leben gerufen haben, soll das Überleben und die Weiterentwicklung der traditionellen Upa-Malerei der Igbo-Frauen unterstützen. Die Künstlerinnen lernen, ihre Bilder auf Leinwand oder Papier zu malen, um ihre künstlerische Arbeit weiter ausführen und entwickeln zu können. Darüber hinaus wird dadurch auch ein Transport der naturnahen und ausdrucksstarken Kunstwerke ermöglicht.
Neben den Upa-Malereien sind aufwendig gearbeitete, rituelle Indigotextilien der Igbos, sogenannte Ukara Ekpe, ausgestellt.
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